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Lernen

Lernstress – was tun bei Konzentrationsproblemen?

Liegt die Schulzeit schon eine Weile zurück, können Prüfungen, die im Rahmen einer Weiterbildung anstehen, für ordentlich Stress sorgen. Darunter leidet dann auch die Konzentration und es geht mit dem Lernen nicht richtig voran. Mit unseren Tipps können Sie aber gezielt Stressfaktoren ausschalten und sich so optimal auf den Lernstoff konzentrieren.

13. Februar 2019
Ivo Wittwer

Ob im Studium oder im Rahmen einer Weiterbildung im Beruf – das Lernen und Prüfungen begleiten die meisten Menschen weit über die Schulzeit hinaus. Das ist an sich auch etwas Gutes, schliesslich eröffnen sich durch zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten zahlreiche neue berufliche Möglichkeiten. Manchmal fällt es allerdings auch schwer, sich neben dem Beruf und privaten Verpflichtungen noch auf das Lernen zu konzentrieren. Rücken dann die Prüfungstermine immer näher, sorgt das bei den Betroffenen in der Regel für mehr Druck – was es noch schwieriger macht, konzentriert zu lernen.

Das muss aber nicht sein, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Stress beim Lernen zu reduzieren und so einer möglichen Konzentrationsschwäche vorzubeugen. Wir haben daher einige der besten Tipps fürs Lernen für Sie zusammengestellt.

Was ist Konzentration und wie entstehen Konzentrationsprobleme?

Bevor wir aber auf unsere Tipps eingehen, lohnt es sich einmal zu betrachten, wie Konzentrationsprobleme beim Lernen überhaupt zustande kommen. Spricht man von Konzentration, ist damit im Allgemeinen gemeint, dass man sich auf eine Sache fokussiert und dieser seine volle Aufmerksamkeit schenkt. Eine Konzentrationsschwäche bedeutet demnach, dass ein Teil dieser Aufmerksamkeit verloren geht.

Einer der wohl häufigsten Gründe dafür sind Ablenkungen. Dazu gehören einerseits Ablenkungen, auf die wir keinen oder kaum Einfluss haben, beispielsweise Strassen- oder Fluglärm, Kindergeschrei und sommerliche Hitze. Andererseits gibt es jedoch auch viele „hausgemachte“ Ablenkungen, wie etwa das Smartphone, geschwätzige Mitbewohner oder Unordnung in der Wohnung. Ein weiterer wichtiger Grund für fehlende Konzentration beim Lernen ist Müdigkeit. Lernen mag körperlich nicht anstrengend sein, es fordert aber den Geist – und der kann nur dann volle Leistung erbringen, wenn man ausgeruht ist. Fallen Ihnen beim Durcharbeiten des Lernstoffs fast schon die Augen zu, sollten Sie nicht erwarten, dass Sie sich viel vom Gelernten merken können.

Eine ähnliche Wirkung hat Überlastung. Wer von einem Termin zum nächsten rennt, wird nicht zur Ruhe kommen – und ist im Geiste oft schon drei Schritte weiter, während er sich noch mit einer Sache beschäftigt. So etwas ist fürs Lernen natürlich pures Gift, denn die Aufmerksamkeit ist dann auf so viele verschiedene Dinge verteilt, dass kaum mehr ein Lernerfolg möglich ist.

Wollen Sie konzentriert lernen, ist die Frage also, wie Sie die wichtigsten Störfaktoren – Ablenkung, Müdigkeit und Überlastung – ausschalten.

Tipp 1: Die richtigen Voraussetzungen schaffen

Möchten Sie Konzentrationsprobleme beim Lernen vermeiden, müssen Sie für die passenden Bedingungen sorgen. Das fängt bereits beim Lernort an. Natürlich ist es bequem, sich zum Lernen auf das heimische Sofa zu setzen – eine gute Wahl ist das aber nicht. Denn gerade in den eigenen vier Wänden sind zahllose Ablenkungen vorhanden, die gerade bei schwierigem Lernstoff sehr verlockend sein können. Ob der Fernseher, der Computer, das gute Buch von gestern Abend oder die Katze, die zum Kuscheln vorbeikommt, zuhause gibt es einfach überall etwas, das Sie vom Lernen abhalten kann.

Selbstverständlich gibt es aber auch zuhause Orte, an denen man ungestört lernen kann, etwa im heimischen Büro. Sorgen Sie dann aber dafür, dass mögliche Ablenkungen wie das Smartphone aus dem Zimmer verbannt werden. Alternativ können Sie sich auch einen „neutralen“ Ort zum Lernen suchen, zum Beispiel eine Bibliothek.

Versuchen Sie ausserdem, Ablenkungen durch unerledigte Aufgaben zu vermeiden, indem Sie sich eine To-do-Liste erstellen – am besten mit Terminplan. So wissen Sie, dass Sie für alle anstehenden Aufgaben genügend Zeit eingeplant haben, und können sich voll und ganz auf den Lernstoff konzentrieren.

Tipp 2: Gut ausgeruht und voller Energie ans Werk

Um Konzentrationsschwächen beim Lernen zu verhindern, sind genügend Schlaf und eine gesunde Ernährung mindestens ebenso wichtig wie die richtigen Voraussetzungen. Wie viel Schlaf man braucht, ist natürlich sehr individuell – aber wer morgens kaum aus dem Bett kommt, hat vermutlich nicht ausreichend Schlaf bekommen und wird somit auch Probleme haben, konzentriert zu lernen.

Bei der Ernährung sollten Sie vor allem auf kohlehydrathaltige Lebensmittel wie Brot und Nudeln sowie auf Obst und Gemüse setzen. So liegt nichts schwer im Magen, was die Konzentration ausbremsen würde. Zucker und aufputschende Mittel wie Kaffee und Energydrinks sind dagegen nicht empfehlenswert. Durch Zucker wird man eher träge und Koffein macht zwar wach, aber oft auch unruhig, was die Angst vor der Prüfung noch verstärken kann. Zudem erhöht Koffein nicht Aufnahmefähigkeit, es hat also keinen positiven Effekt auf den Lernerfolg.

Achten Sie zudem darauf, genug zu trinken, denn Flüssigkeitsmangel führt schnell zu Konzentrationsproblemen. Zwei bis drei Liter am Tag sollten es sein – im Idealfall Wasser, denn Kaffee und zuckerhaltige Getränke wie Cola oder Saftschorle schwächen die Konzentrationsfähigkeit. In unserem Blogbeitrag "Brainfood – Welche Nahrungsmittel fördern unsere Konzentration?" finden Sie noch mehr Informationen dazu.

Tipp 3: Die richtige Lerntechnik

Geht es darum, konzentriert zu lernen, spielt natürlich auch die Lerntechnik eine wichtige Rolle. Damit ist nicht so sehr gemeint, wie Sie sich bestimmte Inhalte genau aneignen – etwa durch Auswendiglernen oder mit Karteikarten – sondern vielmehr, dass Sie das Lernen insgesamt richtig angehen.

Dazu gehört unter anderem, dass Sie genug Zeit fürs Lernen einplanen. Gerade in stressigen Zeiten ist die Versuchung gross, auf das sogenannte „Bulimie-Lernen“ zu setzen, bei dem man sich in kurzer Zeit möglichst viel Stoff zu einem Thema in die grauen Zellen presst, um das Gelernte dann schwallartig bei der Prüfung wiederzugeben. Leider ist diese Methode sehr ineffizient, denn langes Lernen am Stück und das Beschäftigen mit einem Thema führen zu immer geringerer Aufnahmefähigkeit, sodass vom Lernstoff immer weniger „hängenbleibt“. Stattdessen ist es klüger, sich mit kompakten Lerneinheiten aus verschiedenen Themengebieten zu beschäftigen und regelmässig Pausen einzulegen. Etwas Bewegung zwischendurch, zum Beispiel ein Spaziergang, kann ebenfalls für die Konzentration förderlich sein. Alternativ können Sie auch meditieren oder Atemübungen machen – so kommen Körper und Geist zur Ruhe und Sie können sich danach frisch ans Werk machen.

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es verschiedene Wege, die Konzentration beim Lernen zu steigern. Für welche davon Sie sich entscheiden, bleibt natürlich Ihnen überlassen – allerdings wird die Wirkung umso grösser sein, je mehr Sie davon umsetzen. Und sollte es einmal trotz dieser Tipps mit der Konzentration vorbei sein – setzen Sie sich nicht unter Druck! Selbst mit der besten Vorbereitung hält die Konzentration nicht ewig. Akzeptieren Sie das lieber und verschieben Sie das Lernen auf den nächsten Tag, anstatt sich krampfhaft zum Lernen zu zwingen – denn das bringt Sie nicht weiter!

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Tipps aus dem Inhalt

  • TIPP 1: Gestalte deine Arbeit so flexibel wie möglich!
  • TIPP 2: Beziehe Arbeitgeber sowie Kollegen und Kolleginnen in deine Weiterbildungspläne mit ein!
  • TIPP 3: Arbeite effizienter und effektiver mit Zielorientierung!
  • TIPP 4: Entwickle deinen idealen Lernrhythmus!
  • TIPP 5: Lerne mit System und festen Strukturen!
  • TIPP 6: Schaffe genug Ausgleich und Entspannung!
  • TIPP 7: Binde deine/n Partner/in, deine Familie und externe Hilfen in deine Planung ein!
  • TIPP 8: Belohne dich für deine Erfolge!
  • TIPP 9: Mach eine Zeitinventur!
  • TIPP 10: Erstelle eine Zeitplanung aller drei Bereiche!

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