ZEV und vZEV mit und ohne Batteriespeicher
Chancen, Herausforderungen und Nutzen aus Sicht von Mietern und Eigentümern
Die Energiewende und die zunehmende Volatilität an den Strommärkten stellen Eigentümer und Mieter von Liegenschaften vor neue Herausforderungen, aber auch vor wirtschaftlich attraktive Chancen. Modelle wie der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) und der virtuelle ZEV (vZEV) ermöglichen es, lokal erzeugten Solarstrom gemeinschaftlich zu nutzen und dadurch sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile zu erzielen. In der Kombination mit Batteriespeichern kann der Eigenverbrauchsanteil (EIVA) weiter gesteigert und die Netzabhängigkeit reduziert werden.
Diese Arbeit untersucht die Wirtschaftlichkeit verschiedener Modellvarianten mit und ohne Batteriespeicher anhand typisierter Beispielrechnungen. Ziel ist es, die zentralen Einflussfaktoren zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für die praktische Umsetzung abzuleiten.
Zentrale Erkenntnisse
• Amortisationszeiten unter 23 Jahren (mit konservativen Annahmen).
• Batteriespeicher als Effizienzverstärker: In Szenarien mit niedrigem EIVA kann ein Speicher diesen deutlich erhöhen, was die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage (PVA) deutlich steigert (Reduktion Amortisationszeit, unter konservativen Annahmen um zwei bis fünf Jahre).
• Sensitivität von EIVA und Solarstrom-Marge: Die Analyse zeigt, dass bereits kleine Veränderungen dieser beiden Parameter einen erheblichen Einfluss auf die Rentabilität haben. Eine Erhöhung des EIVA oder eine Verbesserung der Solarstrom-Marge durch steigende Bezugspreise verkürzen die Amortisationszeit signifikant.
• Erweiterte Nutzung Batteriespeicher: Weitere Nutzungsmöglichkeiten von Batteriespeichern wie Peak-Shaving, sowie die gezielte Steuerung bei dynamischen und negativen Strompreisen wurden in dieser Arbeit nicht berücksichtigt. Sie stellen jedoch zusätzliche Stellhebel dar, um die Attraktivitäteines Speichers weiter zu erhöhen und werden künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen.
• Mieter können die Energiekosten durch einen (v)ZEV aufgrund günstigerem Solarstrom senken. Die (v)ZEV-Modelle dürfen für die Mieter keine Nachteilemit sich bringen.
• Für die Eigentümer sind die Aspekte in den nachfolgenden Handlungsempfehlungen zu berücksichtigen.
Handlungsempfehlungen
1. Projektindividuelle Analyse durchführenPauschale Aussagen zur Rentabilität sind zu ungenau, um als Entscheidungsgrundlage zu dienen. Jede Liegenschaft muss individuell betrachtet und auf Basis ihrer Verbrauchsstruktur, technischen Gegebenheiten und Zielsetzungen analysiert werden.
2. EIVA und Solarstrom-Marge gezielt optimierenDiese beiden Stellhebel haben den grössten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit. Massnahmen zur Erhöhung des Eigenverbrauchs, sollten geprüft werden.
3. Batteriespeicher strategisch einplanenAuch wenn ein Speicher nicht sofort umgesetzt wird, sollte seine Integration bereits in der Planungsphase eines ZEV oder vZEV als Option zur späteren Erweiterung berücksichtigt werden.




