Invasive Quaggamuscheln
Bedrohung für Industrieanlagen und Strategien zur Bekämpfung
Die Quaggamuschel breitet sich rasant in Schweizer Gewässern aus und stellt für die Industrie eine zunehmende Herausforderung dar. In Kühlanlagen, Wasseraufbereitungsanlagen und anderen wasserführenden Systemen verursacht sie erhebliche technische sowie wirtschaftliche Schäden. Diese Arbeit untersucht verschiedene Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen gegen die Quaggamuschel.
Anhand von Praxisbeispielen (z. B. EPFL/UNIL Lausanne, Bodenseewasserversorgung, SIG Genève) werden die Auswirkungen des Quaggamuschelbefalls dokumentiert. Untersucht werden mechanische, chemische und physikalische Verfahren (z. B. Reinigung, Chlorierung, UV-Bestrahlung, Ozonisierung) unter Berücksichtigung der relevanten Schweizer Verordnungen (GSchV, VBP). Als Ergebnis wurde ein Ampelsystem entwickelt, das die Massnahmen nach Kosten, Wirksamkeit, Gesetzeskonformität und technischer Machbarkeit bewertet und Betreibern einen schnellen Überlick bietet.
Zentrale Erkenntnisse:
Es gibt keine universelle Lösung; Strategien müssen anlagenspezifisch sein.
Kombination verschiedener Massnahmen ist oft notwendig.
Nicht redundante Durchlaufkühlungen erlauben vor allem eine manuelle Reinigung, redundante Durchlaufkühlungen bieten mehr Möglichkeiten.
Chemische Verfahren sind wirksam, unterliegen jedoch rechtlichen Einschränkungen.
Für einige Methoden (Filter, UV-Bestrahlung) fehlen praktische Erfahrungswerte, Pilotprojekte sind erforderlich.
Die Arbeit liefert erstmals eine praxisnahe, zusammenfassende Übersicht über Bekämpfungs- und Präventionsmassnahmen und unterstützt Industrieunternehmen bei der Planung und Umsetzung geeigneter Massnahmen.
Der Weg zum Ergebnis war geprägt von interdisziplinärer Recherche, technischen Bewertungen und rechtlichen Abklärungen. Besondere Herausforderungen lagen in der Vielfalt der Anlagenstrukturen und der unterschiedlichen gesetzlichen Anforderungen.
Lessons learnt:
- Technische Machbarkeit und Umweltrecht müssen immer gemeinsam betrachtet werden.
- Die Kombination verschiedener Verfahren (z. B. Trockenlegung + mechanische Reinigung) ist meist erfolgreicher als Einzelmassnahmen.
- Die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und Behörden ist entscheidend, um praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.
Ausblick: In Zukunft sollen weitere mechanische und physikalische Verfahren, erforscht werden, um ökologische Alternativen zu chemischen Bioziden zu schaffen.

Stefan Bernhardt
Durch meine Ausbildung als Energie- und Umwelttechniker HF habe ich ein fundiertes Verständnis für nachhaltige Prozesse und Systeme entwickelt und bin an innovativen, umweltverträglichen technischen Lösungen interessiert.
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