Ganzheitlicher Vergleich von Heizsystemen
für ein Einfamilienhaus
Die Arbeit untersucht vier gängige Heizsysteme ganzheitlich über ihren Lebenszyklus hinweg und vergleicht sowohl Betriebseffizienz als auch die oft vernachlässigte graue Energie. Hintergrund ist, dass Bauherren und Planer bei der Systemwahl häufig primär Kosten betrachten, während ökologische Auswirkungen nur unzureichend bewertet werden. Ziel der Untersuchung ist es daher, eine klare, nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen, die nachhaltige Heizsysteme objektiv gegenüberstellt.
Die Ausgangslage
Heizsysteme verursachen je nach Technik sehr unterschiedliche CO₂-Emissionen. Besonders bei Neubauten stellt sich die Frage, welches System langfristig am klimafreundlichsten ist. Für ein typisches Einfamilienhaus wurde deshalb untersucht, wie viel CO₂ verschiedene Heizsysteme über 20 Jahre ausstossen, im Betrieb und, soweit möglich, inklusive grauer Energie. Verglichen wurden: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe, Pelletheizung und Gasheizung.
Das Vorgehen
Zuerst wurden Heizwärme- und Warmwasserbedarf eines Referenzhauses nach MuKEn (Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich) berechnet. Anschliessend wurden vier passende Heizsysteme gewählt und deren Energieverbrauch mithilfe von Herstellerangaben, Normen und öffentlich zugänglichen Emissionsfaktoren bestimmt. Daraus wurden die jährlichen und die 20-jährigen CO₂-Emissionen berechnet. Zusätzlich wurden für Wärmepumpen auch die grauen Emissionen (Herstellung, Transport, Entsorgung) berücksichtigt. Das Vorgehen folgt den gängigen Schweizer Standards, damit die Ergebnisse realistisch, vergleichbar und für die Praxis relevant sind.
Die Ergebnisse
Der Vergleich der Heizsysteme über eine Betriebsdauer von 20 Jahren zeigt klare Unterschiede. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (SWWP) weist mit rund 3.88 Tonnen CO₂-Emissionen die beste Bilanz im Betrieb auf.
Sehr nahe folgt die Luft-Wasser-Wärmepumpe (LWWP) mit 4.15 Tonnen CO₂-Emissionen, was lediglich +7 % mehr gegenüber der SWWP bedeutet.
Auch die Pelletheizung liegt mit 4.17 Tonnen CO₂-Emissionen praktisch gleichauf (+7 %), verursacht jedoch einen höheren Energieeinsatz.
Deutlich schlechter schneidet die Gasheizung ab: Sie verursacht über 20 Jahre rund 30.56 Tonnen CO₂-Emissionen und damit fast +700 % mehr Emissionen als die SWWP.
Kurz: Die Gasheizung stösst im Betrieb knapp 8-mal mehr CO₂ aus als das effizienteste System.
Damit wird klar: Wärmepumpen bieten die mit Abstand beste CO₂-Bilanz. Pelletheizungen stellen eine nahezu gleichwertige, biogene Alternative dar, jedoch werden bei der Verbrennung Feinstaubpartikel ausgestösst. Fossile Heizsysteme wie Gas hingegen liegen um Grössenordnungen höher und können die Anforderungen an eine klimaverträgliche Wärmeversorgung langfristig nicht erfüllen.
Der Ausblick
Die Ergebnisse zeigen, dass Wärmepumpen langfristig die nachhaltigste Wahl sind. Da der Schweizer Strommix weiter sauberer wird, verbessern sich ihre CO₂-Werte zusätzlich. Entscheidend bleibt aber eine gute Gebäudehülle, weil ein geringer Wärmebedarf den CO₂-Vorteil verstärkt. In Zukunft könnten genauere Daten zur grauen Energie weiterer Systeme und neue Technologien die Bewertung weiter verfeinern und noch präzisere Empfehlungen ermöglichen.








