Lernen

Tipps für gute Notizen

Inhalte werden oft im Rahmen von Vorträgen vermittelt, im Beruf ebenso wie in der Aus- oder Weiterbildung. Willst du das Gesagte nicht gleich wieder vergessen, kommst du um Notizen kaum herum. Hier erfährst du, wie du dir gute Notizen machst und welche Methoden dir dafür zur Verfügung stehen.

Ivo Wittwer

Eine Weiterbildung ist eine grossartige Möglichkeit, sich neue berufliche Chancen zu eröffnen. Allerdings kann die Aussicht auf erneutes Lernen durchaus auch überwältigend sein – vor allem, wenn die Ausbildung oder das Studium schon eine Weile zurückliegt. Wie schaffst du es, dir all den Lehrstoff anzueignen? Bist du überhaupt noch «lernfit» genug, um im Unterricht mitzukommen? Diese Fragen können entmutigend sein – aber keine Sorge, es gibt einen einfachen Weg, sich die Inhalte in den Vorlesungen zu erschliessen: mit Notizen. Wir zeigen dir in diesem Artikel, wie du effektiv im Unterricht mitschreibst … und wieso es für den Lernerfolg wichtig ist, sich Notizen zu machen.

Notizen machen – ist das wirklich nötig?

Bei einem Vortrag ständig mitzuschreiben, das kann mitunter lästig sein. Oft kommt man kaum hinterher, die Inhalte zu Papier zu bringen, die Hand wird mit der Zeit müde, und zu allem Überfluss streikt zwischendurch vielleicht noch der Kugelschreiber. Ist es da nicht besser, sich voll auf den Redner zu konzentrieren und sich das Gesagte einfach zu merken?

Die Antwort auf diese Frage lautet eindeutig «nein»! Denn verschiedene Studien haben ergeben, dass das Lernen sehr viel leichter fällt, wenn man sich Notizen macht. Durch das Mitschreiben konzentriert sich der Zuhörer viel besser auf die Inhalte, er setzt sich direkt mit ihnen auseinander und «filtert» das Wesentliche heraus, das er dann aufschreibt. Zudem ist es so möglich, bestimmte Sachverhalte festzuhalten, die nicht in den Unterlagen oder im Lehrbuch stehen. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn ein Thema sehr komplex ist oder der Zuhörer einen Teilbereich als besonders schwierig empfindet.

Damit die Sache mit den Notizen funktioniert, braucht es jedoch die richtige Technik. Ansonsten artet das Ganze in wilde Hektik aus, die anstrengend und alles andere als hilfreich ist.

Gute Notizen machen – wie geht das?

Wie so oft im Leben, fängt es auch beim Thema «Notizen machen» schon bei der Vorbereitung an. Um effektiv mitschreiben zu können, brauchst du das passende Material. Das bedeutet in der Regel: ein Notizblock und zwei Stifte in unterschiedlichen Farben, um gegebenenfalls bestimmte Passagen hervorheben zu können. Für alle Fälle kann auch ein Ersatzstift nicht schaden. Alternativ lässt sich auch ein Laptop oder ein Tablet verwenden, allerdings haben Studien ergeben, dass handschriftliche Notizen meist besser «funktionieren». Das liegt zum einen daran, dass man beim Laptop dazu neigt, alles mitzuschreiben, ohne sich wirklich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Zum anderen wird beim Schreiben mit der Hand das motorische Gedächtnis aktiviert, was dabei hilft, sich die Inhalte zu merken. Wenn du dich mit Laptop oder Tablet wohler fühlst, sind die technischen Helfer aber durchaus eine brauchbare Alternative zu handschriftlichen Notizen.

Letztlich kommt es darauf an, deine eigenen Worten zu formulieren, wenn du dir Notizen machst. Schreibe also nicht einfach nur mit, sondern filter die entscheidenden Punkte aus dem Gesagten heraus. Das macht es leichter, sich Notizen zu machen, denn du musst nicht mehr so viel schreiben. Ausserdem beschäftigst du dich direkt mit den Inhalten und lernst so schon beim Schreiben. Achte zudem darauf, dir nur das zu notieren, was wirklich wichtig ist. Gibt es Unterlagen wie beispielsweise ein Skript, musst du dir die dort aufgeführten Inhalte nicht noch einmal aufschreiben. Konzentriere dich stattdessen auf zusätzliche Informationen oder Erklärungen, die bestimmte Sachverhalte für dich leichter verständlich machen.

Wenn du dir handschriftliche Notizen machst, nimm dir die Zeit, leserlich zu schreiben. Denn die besten Notizen werden dir nichts helfen, wenn du sie später nicht mehr entziffern kannst. Um es dir hier etwas leichter zu machen, ist es oft sinnvoll, für häufig verwendete Wörter Abkürzungen zu nutzen. Geht es in einer Vorlesung oder einem Meeting zum Beispiel um die Marketing-Strategie, kannst du das Wort mit «M-St» abkürzen. Farbmarkierungen, etwa für Überschriften oder besonders relevante Begriffe, können ausserdem helfen, die Notizen übersichtlicher zu machen.

Mit der richtigen Methode zum Erfolg

Die im vorherigen Abschnitt genannten Tipps sind allgemein gehalten und daher immer anwendbar – ganz gleich, wie du dir Notizen machst. Es gibt darüber hinaus aber noch einige Methoden mit bestimmten Vorgehensweisen, die es dir erleichtern, Inhalte mitzuschreiben.

Struktur-Mitschrift

Eine davon ist die sogenannte «Struktur-Mitschrift», bei der die Inhalte nicht einfach niedergeschrieben, sondern zugleich auch in Form gebracht werden. Wie du die Struktur gestaltest, bleibt letztlich dir überlassen und sollte auch vom jeweiligen Thema abhängen. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, links einen Rand zu lassen, den du nutzen kannst, um mit ein oder zwei Worten das Thema des Abschnitts daneben zusammenzufassen. So wird der Rand zu einer Art «Inhaltsverzeichnis», das einen schnellen Überblick ermöglicht. Reserviere dir ausserdem rechts einen Bereich, um dir Fragen zum Thema zu notieren, die du nicht direkt stellen kannst, oder um Anmerkungen, Erläuterungen, Hinweise und Ähnliches festzuhalten. Das können durchaus auch themenfremde Dinge sein. Hast du zum Beispiel eine SMS von einem Freund erhalten, schreibe «Michael anrufen» auf. Damit ist die Sache im Kopf erledigt und du kannst dich wieder auf den Lernstoff konzentrieren.

Cornell-Methode

Die Cornell-Methode funktioniert ähnlich und setzt ebenfalls auf strukturierte Mitschriften. Hier werden ein oberer, ein linker und ein unterer Rand reserviert. In der Kopfzeile sollten Thema, Quelle, Datum und Dozent festgehalten werden. Die Notizen während des Vortrags kommen in den «Hauptbereich» zwischen den Rändern. Der linke und untere Rand bleiben zunächst frei. Der linke Bereich dient dazu, in der Nachbereitung Fragen zu notieren oder aussagekräftige Schlagworte zum Thema des jeweiligen Abschnitts festzuhalten. Im unteren Bereich sollte der Inhalt der Notizen in drei bis vier Sätzen zusammengefasst werden. Das hilft, beim späteren Lernen die Übersicht zu behalten.

Graphic Recording

Eine etwas andere Herangehensweise ist das Graphic Recording, das auch unter dem Begriff «Sketchnotes» bekannt ist. Bei dieser Methode werden die Inhalte nicht einfach nur mitgeschrieben, sondern in eine grösstenteils visuelle Darstellung überführt. Dafür werden unter anderem Sprech- beziehungsweise Gedankenblasen, Pfeilverbindungen, Symbole, kleine Skizzen und vieles mehr verwendet. Ziel ist es, die Gedankengänge visuell darzustellen, sodass sie sich im Nachhinein leichter verfolgen lassen. Sketchnotes sind dabei eher für den privaten Gebrauch gedacht und lassen sich so persönlicher gestalten, während das Graphic Recording dazu dient, Inhalte für alle Teilnehmer verständlich aufzuzeichnen. Es eignet sich aus diesem Grund ideal, um Meetings und Ähnliches zu protokollieren.

Fazit

Notizen sind eine ausgezeichnete Methode, Vortragsinhalte festzuhalten – so lassen sie sich viel leichter aufbereiten und fürs Lernen oder die Arbeit im Beruf verwenden. Um sich gute Notizen zu machen, ist es wichtig, die Informationen mit eigenen Worten aufzuschreiben, denn nur so werden sie auch geistig erfasst. Darüber hinaus sind die passenden Materialien und eine sinnvolle Strukturierung nötig. Dann fällt es leicht, sich Notizen zu machen und diese auch effektiv zu nutzen.

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