Mehr Zeit dank effizientem Arbeiten und effektivem Lernen
Eine berufsbegleitende Weiterbildung bringt viel Mehrwert und kann grosse Freude machen. Sie verlangt aber auch gute Organisation, viel Vorbereitung und Motivation und das alles neben der regulären Arbeitszeit. In diesem Artikel zeigen wir dir einige Strategien, mit denen du deine Arbeit effizienter gestalten sowie effektiver lernen kannst.
Ziele definieren
Der erste Schritt zu einer effizienten Arbeitsgestaltung ist es, deine Arbeitsziele festzulegen. Wenn du zielorientiert planst und arbeitest, kannst du effektiver arbeiten, da du nicht nur Zeit «absitzt», sondern auf dein Ziel hinarbeitest.
- Formuliere deine Ziele immer schriftlich, damit du deinen Fortschritt in der Zielerreichung regelmässig kontrollieren kannst.
- Die Formulierung deiner Ziele sollte positiv, konkret und messbar sein.
- Bei grossen Zielen solltest du eine Untergliederung in einzelne Meilensteine oder Zwischenziele vornehmen.
Erstelle Arbeitspakete
Im nächsten Schritt zum zielorientierten Lernen schnür dir für jede deiner Aufgaben ein Arbeitspaket. Dadurch verschaffst du dir einen wichtigen Überblick über die vor dir liegende Arbeit. Das Arbeitspaket sollte eine detaillierte Beschreibung der jeweiligen Aufgabe und des Ziels der Aufgabe enthalten.
Wenn du die Arbeitspakete erstellt hast, halte fest:
- Welche Teilaufgaben musst du erledigen oder in Auftrag geben?
- Was soll das Ergebnis sein?
- Wann müssen die einzelnen Aufgaben fertig sein?
- Welche Voraussetzungen müssen für die Umsetzung erfüllt sein?
- Wann willst du die Aufgabe erfüllen und wie viel Zeit benötigst du schätzungsweise dafür?
⇒ Für jede Zeitschätzung solltest du einen Zeitpuffer von 40 Prozent für unerwartete Zusatzaufgaben einplanen.
Mit deinen gesteckten Zielen kannst du deinen Arbeitsalltag effizient gestalten und dir einigen Stress ersparen. Wenn du deine Aufgaben erledigt hast, kannst du dich völlig auf deine Weiterbildung konzentrieren.
Analysiere dein Lernpensum
Um deinen idealen Lernrhythmus zu entwickeln, musst du zunächst herausfinden, was in deinem Weiterbildungsangebot inhaltlich und organisatorisch gefordert wird. Stell dir dafür folgende Fragen:
- Was musst du zu welchem Zeitpunkt leisten?
- Musst du einen Vortrag halten?
- Musst du bis zum nächsten Termin einen Text lesen?
- Musst du Inhalte recherchieren?
- Welche Aufgaben verlangen mehr und welche weniger Konzentration?
- Wann sind zeitintensive Prüfungsphasen?
- In welche Lernblöcke lässt sich der Stoff unterteilen?
- Wie viel Zeit benötigst du schätzungsweise pro Aufgabe?
- Wie viel Zeit brauchst du schätzungsweise für die Weiterbildung allgemein?
- Erstelle Monats-, Wochen- und Tagesplanungen, denke an den zeitlichen Puffer.
- Welche Tages- und welche Wochenziele planst du?
⇒ Es ist besser, mit tiefer gesteckten Zielen zu beginnen und diese im Erfolgsfall zu erhöhen, als sich durch zu anspruchsvolle Ziele zu demotivieren.
Identifiziere deine Lernzeiten
Um deine optimalen Lernzeiten festzulegen, musst du zunächst klären, welche Zeitfenster du für deine Weiterbildung nutzen kannst.
- Kannst du auf deinem Arbeitsweg lernen?
- Möglicherweise lohnt es sich dafür sogar, vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen.
- Kannst du Zeit an anderer Stelle gewinnen und zum Lernen nutzen?
- Möglicherweise kannst du Arbeitsabläufe optimieren oder von deinem Arbeitgeber entlastet werden, wenn du ihn vom Nutzen der Fortbildung überzeugen.
- Beziehst du sowohl dein professionelles Umfeld als auch deine Familie und Freunde in deine Pläne mit ein. So kannst du deine Zeitplanung optimal abstimmen.
Achte auf Ihren Biorhythmus
Wenn du freie Zeitfenster hast, solltest du diese nicht willkürlich mit Arbeit verplanen. Achte zur Festlegung deines Lernrhythmus auch auf deinen natürlichen Biorhythmus. Diesen musst du selbst bestimmen, da er bei jedem Menschen von Natur aus verschieden ist.
- Es gibt Frührhythmiker, die morgens besonders leistungsstark sind und nachmittags in ein Leistungstief fallen.
- Es gibt Spätrhythmiker, die erst nach der Mittagszeit ein Leistungshoch haben und dafür morgens nicht leistungsstark sind.
Achte darauf, wann du am leistungsstärksten bist und wann eher erschöpft. Lerne und Pausiere in diesem Rhythmus. Es ist nicht sinnvoll, dagegen anzukämpfen. Wenn du dein Leistungshoch am Morgen hast, kann es ineffektiv und demotivierend sein, erst am Abend mit dem Lernen zu beginnen.
Lerne systematisch und strukturiert
Wenn du herausgearbeitet hast, zu welchen Zeiten du am besten lernst und deine Arbeitspakete definiert hast, kannst du dich daran machen, ein Lernsystem zu entwickeln.
Beachte dabei nicht nur wann, sondern auch wie du am besten lernen kannst. So, wie jeder Mensch einen anderen Biorhythmus hat, gibt es individuelle Unterschiede, mit welchen Sinnesorganen wir am besten lernen. Wenn du weisst, mit welchen Sinnen du Informationen am besten verarbeiten kannst, erreichst du schneller deine Lernziele.
Die verschiedenen Möglichkeiten zu lernen, sind:
- Auditiv (hören): Lernen durch lautes (Vor-)Lesen, evtl. mit leiser Musik im Hintergrund
- Visuell (sehen): Lernen durch optisch aufbereiteten Lernstoff, wie zum Beispiel farbliche Markierungen, Mindmapping oder Diagramme. Visuell Lernende benötigen einen aufgeräumten Arbeitsplatz, um Ablenkungen zu vermeiden.
- Motorisch (bewegen): Lernen durch gezieltes Umherlaufen. Verknüpfen Sie mit jedem Schritt eine Information.
- Kommunikativ (sprechen): Lernen in Gruppen, mit gegenseitigem Fragenstellen, Diskutieren oder Präsentieren der Inhalte etc.
Probiere aus, welche Methoden am besten für dich funktionieren. Es kann besonders effektiv sein, alle Lernmethoden miteinander zu kombinieren und so mit allen Sinnen zu lernen.
Wenn du das System herausgearbeitet hast, das für dich am besten funktioniert, solltest du deine Lernzeiten und deine Lernumgebung strukturieren.
Der passende Lernort
Schaff dir zuerst einen angenehmen Lernort. Du solltest dich an diesem Ort wohlfühlen. Sorge deshalb für angenehmes Licht, ausreichend Platz, eine angenehme Temperatur, einen bequemen Sitzplatz und ausreichend Ruhe. Es kann auch hilfreich sein, Getränke und kleine Snacks in Reichweite zu haben, sodass du nicht für jeden kleinen Hunger aufstehen und das Lernen unterbrechen musst.
Bereite das Lernen sowohl vor als auch nach
Vor einem Seminar kannst du beispielsweise die Unterlagen überfliegen und dir Notizen machen. So verschaffst du dir einen ersten Überblick über das Thema.
Nach dem Seminar kannst du dein neu erworbenes Wissen wiederholen, so lange du es noch präsent hast. So unterstützt du dein Gehirn dabei, die Informationen sicher abzuspeichern.
Lerne nicht nur Fakten auswendig
Versuche während des Lernens ein Verständnis für den Stoff zu entwickeln. Es scheint zunächst überflüssig, das extra zu erwähnen, tatsächlich lernen viele Menschen aber nur Fakten auswendig, ohne ein tieferes Verständnis dafür zu erlangen. Versuche, das Erlernte in relevante Zusammenhänge zu bringen und auch in anderen Kontexten noch zu verstehen.
Lege genügend Pausen ein
Das menschliche Gehirn ist nur begrenzt aufnahmefähig. Mach deshalb ausreichend Pausen. Alle 25 bis 45 Minuten solltest du eine kurze Pause machen und alle 60 bis 120 Minuten eine länger Pause von 15 bis 30 Minuten. Versuche in dieser Zeit nicht an den Lernstoff zu denken. Schliesse deine Augen, atme tief durch oder mach etwas anderes, bei dem dein Gehirn neue Informationen erhält, die nichts mit dem Lernstoff zu tun haben.
Fazit
Mit diesen Tipps bekommst du deine verschiedenen Aufgaben in den Griff und schaffst es auch dann noch, neue Informationen aufzunehmen und zu lernen, wenn du beruflich und privat ausgelastet bist. Dem erfolgreichen Abschluss deiner berufsbegleitenden Weiterbildung steht so nichts mehr im Wege.











