Logistikinfrastruktur für den ERP-Wechsel
Von Papier zu Barcodes: Fat-Client PCs, MDEs, Etiketten undWifi, einheitlich und praxistauglich
Die prometall handel ag wechselt auf ein webbasiertes ERP. Damit Buchungen in der Logistik in Echtzeit funktionieren und der Alltag stabil bleibt, wurden pro Cluster praxistaugliche Lösungen erarbeitet: Fat-Client PCs, MDEs, Etikettendrucker und Etiketten, Barcodescanner, Druckumgebung, Wifi und die Anbindung einer weiteren Lagerhalle. Ziel: weniger Papier, klare Prozesse, schneller Gerätetausch und verlässliche Verbindungen, wirtschaftlich vertretbar und Go-Live-fähig.
Beschreibung der Ergebnisse
Das Ergebnis ist eine stimmige Gesamtlösung über alle relevanten Bausteine hinweg. Bei den Fat Client PCs kommt der HP Pro Mini 400 G9 zum Einsatz. Kompakt, wartungsarm und ausreichend leistungsfähig. Bei den MDE-Geräten wird auf Urovo DT50s gesetzt. Eine Gerätefamilie deckt Standard- und Distanzscans ab und wird zentral verwaltet. Für Etiketten und Druck setze ich auf den Zebra ZD421, kombiniert mit zwei standardisierten Etikettenformaten. Das Material haftet auch auf warmen und öligen Oberflächen zuverlässig. Als Barcodescanner dient der Zebra DS2278, ein guter Kompromiss aus Lesegüte, Kosten und Ergonomie.
Die Druckumgebung im Büro und an den Stationen bleibt schlank. Für die Rüstscheine der Logistik übernimmt der Kyocera ECOSYS P3145dn mit tiefen Seitenkosten und stabilen IP-Druckpfaden. Als Multifunktionsdrucker für den Bürotrakt der Logistik steht der Konica Minolta bizhub C300i bereit, inklusive Scan-to-Mail und TWAIN-Scanfunktion direkt ins ERP. In der Funkinfrastruktur sorgt der Access Point Aruba AP-635 mit Wifi 6E und zentraler Verwaltung für klare Segmentierung und Reserven. Die weitere Lagerhalle wird über ein Miet-Faserpaar angebunden, mit SLA, geringer Latenz und der Option, später auf 10 Gbit/s zu skalieren.
Auch wirtschaftlich ist die Lösung tragfähig. Die Investitionen liegen bei rund CHF 82'000, die laufenden Kosten bei etwa CHF 19'000 pro Jahr, somit über fünf Jahre bei rund CHF 177'000.
Der Nutzen zeigt sich im Alltag: weniger Stillstand, keine Doppelerfassung, stabile Echtzeit-Bestände und einfache Austauschprozesse, sodass Geräte in Minuten getauscht und später in Ruhe instand gesetzt werden können. Insgesamt entsteht eine Lösung, die den Go Live trägt und zugleich Raum für Wachstum lässt.
Weg zum Ziel
Am Anfang gab es bei allen Clustern viele Optionen, von den Geräten bis zur Hallenanbindung. Ich habe pro Cluster klare Muss-Kriterien definiert, Unpassendes konsequent aussortiert und die verbleibenden Varianten analytisch verglichen. So ist Schritt für Schritt eine Lösung entstanden, die fachlich trägt, im Alltag funktioniert und im Budget bleibt. Wichtig war mir, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und sie so zu formulieren, dass sie im Betrieb greifbar sind.
Besondere Herausforderungen
Fachlich lag viel Know-How bei mir, intern gab es kaum technisches Gegenlesen. Das ist effizient, erzeugt aber Abhängigkeit und eine grosse Verantwortung. Ich habe Entscheide deshalb gezielt mit meinem Vorgesetzten gespiegelt, Transparenz früh hergestellt und so die schnelle Freigabe ermöglicht.
Weiteres Vorgehen und Umsetzung
Die Beschaffung erfolgt in Paketen, mit kurzen Testfenstern und einem klaren Cutover an den Arbeitsplätzen. So bleibt der Alltag planbar. Für die Mitarbeitenden setze ich auf kurze, bebilderte Anleitungen und feste Ansprechstellen. Austauschprozesse für MDEs, Etikettendrucker und Barcodescanner werden verbindlich festgelegt, Ersatzgeräte werden vor Ort einsatzbereit sein. Zusätzlich prüfe ich einen optionalen Backup-Link für die weitere Lagerhalle, damit die Verfügbarkeit auch bei Störungen gewährleistet ist.
Lessons learned
Für die Zukunft nehme ich mit, Blockzeiten von Anfang an zu reservieren und die Analysephase grosszügiger zu planen, damit Verfügbarkeiten von Schlüsselpersonen und Anbietern nicht zum Engpass werden.
Frühe, harte Kriterien sparen Zeit und Diskussionen, Transparenz schafft Vertrauen.
Das grösste Risiko steckt selten im grossen System, sondern in kleinen Details. Ein Etikett, das nicht sicher klebt oder schlecht lesbar ist, könnte die ganze Logistik lahmlegen. Darum setze ich auf Standardisierung statt Einzeloptimierung, eine einheitliche Geräteflotte und klare Austauschprozesse.
Thomas Hauri
Im Oktober 2022 habe ich das Studium als Wirtschaftsinformatiker HF begonnen. Ich arbeite als Leiter IT bei der prometall handel ag in Kestenholz und bin seit anfangs 2024 Vollzeit für den anstehenden ERP-Wechsel angestellt.
thomas.hauri@prometall.ch
+41 79 960 55 72
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