Optimierung des Verbrauchsmittelmanagements
Warum Handschuhe, Schleifmittel und Aceton mehr Organisation brauchen, als man denkt.
Verbrauchsmittel sind unscheinbar, aber entscheidend für den Produktionsalltag. Fehlen sie, steht der Ablauf still. Durch neue Strukturen im Unternehmen wurde deutlich: Das bisherige Verbrauchsmittelmanagement stösst zunehmend an seine Grenzen. Diese Diplomarbeit nimmt sich genau dieser Herausforderung an. Durch eine umfassende Analyse der aktuellen Situation konnten zentrale Schwachstellen identifiziert werden. Daraus wurden konkrete Möglichkeiten entwickelt, wie sich mit digitalen Systemen, klaren Abläufen und gezielter Organisation spürbar mehr Ordnung, Verfügbarkeit und Effizienz schaffen lassen – und somit ein echter Mehrwert für Mitarbeitende, Einkauf und Betrieb entsteht.
Ausgangslage und Zielsetzung
Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung und der Integration einer übernommenen Firma zeigte sich, dass das bestehende Verbrauchsmittelmanagement in mehreren Abteilungen ineffizient, nicht standardisiert und stark manuell geprägt war. Fehlende Zuständigkeiten, unübersichtliche Lagerstrukturen, doppelt geführte Artikel und hoher Suchaufwand führten zu vermeidbaren Verzögerungen und Kosten.
Ziel der Arbeit war es, eine umfassende IST-Analyse über alle relevanten Abteilungen hinweg durchzuführen, Schwachstellen sichtbar zu machen und praxistaugliche Optimierungsvorschläge zu entwickeln.
Vorgehen
Die Umsetzung folgte einem bewährten Vier-Phasen-Modell, ergänzt durch:
• Interviews mit Teamleitenden und Mitarbeitenden (Aus Betroffenen Beteiligte machen)
• SWOT-Analysen auf Abteilungs- und Systemebene
• Ideenfindung via Brainstorming und Mindmap
• Nutzwertanalyse und Sensitivitätsprüfungen zur Variantenbewertung
• Phasenplan und Kosten-Nutzen-Analyse zur Umsetzungsplanung
Drei Grobvarianten wurden entwickelt und bewertet:
• Digitalisierung des Kanban-Systems
• Systemerweiterung des bestehenden Werkzeugausgabesystems
• Teilautomatisierung kombiniert mit organisatorischer Stabilisierung
Ergebnisse
Die IST-Analyse zeigte: Das aktuelle System ist nicht durchgängig automatisiert, stark von Einzelpersonen abhängig und bietet keine verlässliche Transparenz über Bestände oder Verbrauch.
Die favorisierte Digitalisierungsvariante schnitt in sämtlichen Bewertungsverfahren (Nutzwertanalyse, Sensitivitätsprüfung) am besten ab. Sie überzeugt durch Skalierbarkeit, reduzierte manuelle Aufwände und automatisierte Nachschubbeschaffung.
Die Kosten-Nutzen-Analyse belegt: Die Investition amortisiert sich bereits im ersten Jahr vollständig. Der betriebliche Nutzen zeigt sich in reduzierten Suchzeiten, einer spürbaren Entlastung des Einkaufs und einer deutlich verbesserten Planbarkeit.
Ausblick
Empfohlen wird die Einführung eines digitalen Kanban-Systems als Ersatz für das bisherige analoge System – mit Ausweitung auf weitere relevante Bereiche. Gestartet werden sollte mit einem Testbetrieb in einer ausgewählten Abteilung. Eine gezielte Sortimentsbereinigung sowie klar definierte Zuständigkeiten bilden die Basis für den Erfolg.
Das weitere Vorgehen wird zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch im Management diskutiert. Es ist jedoch stark davon auszugehen, dass man sich bei der weiteren Umsetzung an den Ergebnissen dieser Arbeit orientieren wird.
Interesse geweckt oder Fragen offen?
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Thomas Rutschmann
Als Project Manager bei der Franke Industrie AG betreue ich Kundenprojekte im Bereich Energie/Gasturbinen. Dabei verantworte die komplette Projektabwicklung – von der Offertenkalkulation über die Qualifikation von Herstellprozessen bis hin zur termingerechten Auslieferung – und setze dabei auf Effizienz, Prozesssicherheit und höchste Qualitätsstandards.
thomas.rutschmann@franke.com
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