Automatisierte, elektrische Dosenpresse
Gutes tun für die Umwelt
Mir ist das Recycling von Aluminium wichtig. Darum entschied ich mich, im Rahmen meiner 3-jährigen Weiterbildung an der Teko, als Diplomarbeit eine automatisierte, elektrische Dosenpresse zu entwickeln. Diese presst Alu-Getränkedosen auf eine Höhe von weniger als 20 mm zusammen. Die Presse kann auf einem, im Handel erhältlichen, 60 Liter Kunststoff-Fass montiert werden. Dieses dient zugleich als Sammelbehälter. Im Zentrum meiner Diplomarbeit stand die mechanische Konstruktion der Presse.
Ausgangslage:
Viele Alu-Dosen werden zu Hause leider in den Abfall geworfen, statt sie wieder zu verwerten und in den Rohstoffkreislauf zurückzuführen. Der Grund für dieses Verhalten dürfte in der Bequemlichkeit des Einzelnen liegen. Viele sind zu faul, die Dosen zusammenzupressen und sachgerecht zu entsorgen. Hier wollte ich ansetzen. Auf dem Markt gibt es einige Pressen zu kaufen, welche aber leider mühsam zu bedienen sind und mit denen sich nur Dose für Dose zusammenpressen lässt. Ich habe mir darum das Ziel gesetzt, den Prozess zu optimieren. Meine automatisierte, elektrische Dosenpresse kann mit bis zu fünf Dosen befüllt werden. Nach dem Einwurf gelangt eine Dose nach der anderen nach unten und wird durch eine Schiebebewegung weiterbefördert. Damit die Dosen im Pressraum nicht verrutschen können, werden sie an vier Seiten fixiert. Von oben fährt anschliessend die Pressvorrichtung nach unten und presst die Dose vertikal zusammen. Dieser Vorgang wird kontinuierlich wiederholt.
Vorgehen:
Weil das Projekt die zeitlichen Grenzen gesprengt hätte, habe ich mich vorgängig mit meinem Diplomlehrer darauf geeinigt, mich auf die mechanische Konstruktion zu beschränken. Ich habe mich eng an das Projektmanagement gehalten, welches wir an der Teko gelernt haben: Zeitplan erstellen, Ideenentwicklung und Auswertung der Varianten mit Hilfe eines Morphologischen Kastens, Risikoanalyse der gewählten Variante durchführen u.v.m. Um sicher zu sein, dass meine Presse den mechanischen Anforderungen standhält, führte ich diverse Berechnungen durch. Eine besondere Herausforderung war für mich die eigentliche Konstruktion mit Hilfe des CAD-Programms "Inventor". Auch musste meine Presse auf dem Deckel des 60 Liter Fasses Platz finden.
Technische Daten:
Abmessungen: Länge 300 mm x Tiefe 250 mm x Höhe 566 mm
- Maximale Presskraft: 1000 N, ausgeübt von einem Elektrozylinder mit Trapezspindelantrieb
- Gewicht: ca. 15 kg
- Speicherkapazität: Im Trichter hat es Platz für fünf Dosen
- Energieversorgung: 230 V AC
Ausblick:
Die mechanische Konstruktion ist abgeschlossen. Es fehlt noch der elektronische Teil inklusive der Steuerung. Für eine erfolgreiche Marktplatzierung müsste die Konstruktion und Kalkulation nochmals kritisch überprüft und gegebenenfalls verbessert werden. Ich denke aber, dass ich mit meiner Diplomarbeit eine solide Grundlage geschaffen habe, auf der sich aufbauen lässt.
Reflexion:
Die Arbeit an diesem Projekt war sehr spannend und hat mir immer wieder "Aha-Erlebnisse" beschert. So habe ich zum Beispiel beim Konstruieren festgestellt, dass ich idealerweise mit Baugruppen arbeite oder dass beim Recherchieren von Bauteilen die Preise für dasselbe Produkt von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein können. Für die ganze Arbeit benötigte ich 200 Stunden. Diese waren sehr intensiv, da ich an dieser Diplomarbeit in der Regel erst nach Arbeitsschluss zu Hause arbeitete. Ich lernte viel Neues und konnte den gelernten Unterrichtsstoff in der Praxis anwenden.

Deborah Schönbächler
Geburtsdatum: 12.02.1999 / Wohnort: Einsiedeln / Hobbys: Tanzen, Gitarre spielen / Ausbildung: Polymechanikerin EFZ / Arbeitgeber: activ mechanic GmbH / Weiterbildung: Dipl. Maschinenbautechnikerin HF








