TraceLink
Kommunikationsschnittstelle zur Datenerfassung aus SINAMICS-Antrieben
Wie lassen sich die unsichtbaren Abläufe im Inneren einer Maschine sichtbar machen? Mit TraceLink werden hochfrequente Messdaten aus Siemens-Antrieben in Echtzeit auf dem PC erfasst, gespeichert und anschaulich dargestellt – unabhängig von Maschine oder Steuerungssystem.
Management Summary
In modernen Werkzeugmaschinen arbeiten leistungsstarke Antriebe, deren Verhalten über hochauflösende Messdaten überwacht wird. Bisher blieben diese Daten meist im Inneren der Maschine – schwer zugänglich und kaum wiederverwendbar.
TraceLink ändert das: Die Software liest Antriebsdaten direkt aus, zeigt sie live an und speichert sie in einem offenen, wissenschaftlich bewährten Format (HDF5). So entstehen neue Möglichkeiten für Analyse, Qualitätssicherung und Entwicklung – ein wichtiger Schritt Richtung digitaler Transparenz in der Industrie 4.0.
Ein intelligentes Pufferkonzept sorgt dafür, dass keine Information verloren geht. Selbst minimale Lücken werden automatisch erkannt und markiert. Tests zeigen: Bis 0,5 ms Abtastzeit arbeitet das System vollständig verlustfrei – eine beachtliche Leistung für eine PC-basierte Lösung.
Einleitung
Aus einem Prüfstandsprojekt wurde ein universelles Werkzeug. Im Rahmen der Ausbildung zum Dipl. Informatiker HF, Fachrichtung Applikation, entwickelte Silvan Feldmann eine Software, die Daten aus Siemens-Antrieben nicht nur ausliest, sondern sie verständlich und greifbar macht.
Ziel war eine Lösung, die sich in jede Maschinenumgebung integrieren lässt – ein Fenster in das Innenleben industrieller Antriebe.
Analyse
Welche Kommunikationswege sind schnell, stabil und flexibel genug, um Antriebsdaten zuverlässig zu übertragen? Untersucht wurden SPS-Bausteine, Open-Source-Bibliotheken und proprietäre Schnittstellen.
Der Sieger: ACCON-AGLink von DELTA LOGIC. Diese Bibliothek verbindet Stabilität, Geschwindigkeit und einfache Integration – perfekt geeignet für eine robuste PC-Anbindung an SINAMICS S120-Antriebe.
Konzept
Die Anwendung wurde in C# /.NET 8 entwickelt und folgt einer modernen MVVM-Architektur. Das heisst: klare Trennung von Benutzeroberfläche, Logik und Datenhaltung – für maximale Wartbarkeit und Erweiterbarkeit.
Die Software
- liest die Antriebsdaten kontinuierlich aus,
visualisiert sie live mit ScottPlot,
speichert sie strukturiert im HDF5-Format,
und markiert Datenlücken automatisch.
So entsteht eine verlässliche Datengrundlage, auf der sich künftige Prüf- und Analysesysteme aufbauen lassen.
Testergebnisse
Wie schnell darf man messen, ohne dass Daten verloren gehen? Die Sampling-Stresstests gaben die Antwort:
0,5 ms – vollständig verlustfrei
0,25 ms – vereinzelt markierte Lücken
0,125 ms – nicht stabil
Damit ist die Leistungsgrenze klar definiert: 0,5 ms liefert zuverlässige Daten in Echtzeit.
Ausblick
Die Basis steht – jetzt geht es um die Zukunft. Geplant sind unter anderem:
Automatische Prüfprotokolle für Qualitätsnachweise
Dynamische Parameterauswahl für flexiblere Nutzung
Ein High-Performance-Modus, der Daten noch schneller aufzeichnet
Integration in unternehmensweite Analysesysteme
Mit seiner modularen Architektur ist TraceLink bereit, zu wachsen – vom Entwicklungswerkzeug hin zu einer plattformübergreifenden Datenlösung für die Fertigung der Zukunft.
Fazit
TraceLink macht das Unsichtbare sichtbar. Es verbindet Maschinen mit Daten, Entwickler mit Erkenntnissen – und legt den Grundstein für die nächste Generation smarter Fertigung.







