Grossbrenner in der industriellen Wärmeerzeugung
Technologien, Anwendungen und Optimierungspotenziale
In meiner Diplomarbeit habe ich untersucht, wie sich bestehende industrielle Grossbrenner mit moderner Brennertechnologie energetisch und ökologisch optimieren lassen. Durch den Einsatz eines modulierenden Brenners konnte ich zeigen, dass sich Effizienz, Laufruhe und Emissionswerte deutlich verbessern lassen.
Hintergrund und Motivation
In der industriellen Wärmeerzeugung sind Grossbrenner das Herz vieler Prozesse sei es für Heisswasser, Dampf oder Prozesswärme. Zahlreiche Anlagen in der Schweiz stammen jedoch aus älteren Generationen und arbeiten mit zweistufigen Brennern. Diese Technik führt zu hohen Taktraten, Energieverlusten und überdurchschnittlichen NOₓ-Emissionen.
In meinem Berufsalltag fiel mir immer wieder auf, dass bereits kleine technische Anpassungen grosse Wirkung erzielen können. Diese Beobachtung war der Ausgangspunkt für meine Arbeit: Wie kann man bestehende Anlagen modernisieren, ohne sie komplett zu ersetzen?
Umsetzung und Resultate
Im Rahmen meiner Arbeit habe ich eine bestehende Anlage untersucht und einen älteren zweistufigen Brenner durch einen modernen, modulierenden Brenner ersetzt. Der neue Brenner wurde über ein 0–10-Volt-Signal vom Hausleitsystem und eine präzise Leistungsregelung eingebunden, um die Leistung stufenlos an den tatsächlichen Wärmebedarf anzupassen.
Nach der Inbetriebnahme zeigte sich ein deutlich ruhigerer und stabilerer Betrieb. Die gemessenen NOₓ-Werte reduzierten sich von zuvor rund 90–110 mg/m³ auf 44–48 mg/m³. Gleichzeitig blieben die CO-Werte mit 10 mg/m³ sehr tief, und die Abgastemperatur lag bei rund 120 °C.
Durch die Modulation entfielen Taktschaltungen, wodurch Start- und Stillstandsverluste verringert und der Wirkungsgrad verbessert werden konnten. Erfahrungswerte aus vergleichbaren Projekten zeigen zudem, dass sich durch den gleichmässigeren Betrieb der jährliche Heizölverbrauch um etwa 3–5 % reduzieren lässt.
Mein Fazit
Die Arbeit hat mir gezeigt, dass sich auch bestehende Kesselanlagen durch den Einsatz moderner Brennertechnik deutlich optimieren lassen. Besonders die Reduktion der NOₓ-Emissionen und die geringere Taktung durch die Modulation im Teillastbereich haben einen grossen Unterschied gemacht. Das Resultat sind weniger Schadstoffe, ein ruhigerer Lauf und zudem eine leichte Reduktion des Heizölverbrauchs.

Selim Ickin
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