Moore als Klimaschützer
Potenziale und Herausforderungen der Moorschutz- und Renaturierungsstrategien in der Schweiz"
Moore sind unscheinbare, aber zentrale Akteure im Klimaschutz. Sie speichern mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Erde zusammen. Entwässerte Flächen hingegen setzen grosse Mengen CO₂ frei und tragen erheblich zur Klimaerwärmung bei. In der Schweiz sind rund 90 % der ursprünglichen Moorflächen verloren gegangen, und trotz gesetzlichem Schutz verschlechtert sich der Zustand vieler Gebiete weiterhin.
Ziele der Arbeit
- Bewertung des CO₂-Speicherpotenzials der Schweizer Moore
- Darstellung von Renaturierungsstrategien
- Entwicklung eines praxisnahen Monitoring-Konzepts
CO₂-Speicherpotenzial
Intakte Moore sind überdurchschnittlich effiziente Kohlenstoffsenken. Sie speichern über Jahrhunderte hinweg CO₂ im Torf. Entwässerte Moore dagegen verursachen jährlich Emissionen, die mit Millionen Autokilometern vergleichbar sind. Insgesamt speichern Moore ein Vielfaches der jährlichen CO₂-Emissionen. Die Analysen zeigen: Moorschutz ist ein quantitativ begrenzter, aber qualitativ hochwirksamer Hebel – mit dauerhafter Klimawirkung und zusätzlichen ökologischen Co-Benefits wie verbessertem Wasserhaushalt, erhöhter Biodiversität und Unterstützung der Klimaanpassung.
Renaturierung
Die Arbeit vergleicht verschiedene Renaturierungsansätze:
- Wiedervernässung: Ökologisch am wirksamsten; stoppt Emissionen unmittelbar und schafft neue Speicherpotenziale.
- Paludikultur: Nutzung nasser Moore für landwirtschaftliche Produktion (z. B. Schilf, Typha, Dämmstoffe); schafft ökonomische Anreize für Landwirte.
- CO₂-Zertifikate: Können Finanzierungslücken schliessen, sind in der Schweiz jedoch noch schwer zertifizierbar.
Monitoring & Innovation
Renaturierung ist nur wirksam, wenn ihre Ergebnisse überprüfbar sind. Die Arbeit entwickelt praxisorientierte Monitoring-Konzepte:
- Sensorik: Messung von Wasserstand, Gasflüssen, pH-Wert und Vegetationsentwicklung
- Fernerkundung: Nutzung von Satellitendaten zur grossflächigen Beobachtung
- Digitale Zwillinge (Digital Twins): Virtuelle Abbilder von Mooren, die Szenarien wie Klimawandel oder Wasserstandsänderungen simulieren und Optimierungen ermöglichen
Diese Instrumente erhöhen Transparenz, sichern Finanzierung (z. B. über Zertifikate) und unterstützen die Kommunikation mit Politik und Gesellschaft.
Erkenntnisse
- Potenzial: bis zu 450 000 t CO₂ pro Jahr vermeidbar
- Wiedervernässung ist die ökologisch wirksamste Strategie
- Paludikultur schafft ökonomische Anreize für Landwirte
- Monitoring mittels Sensorik & Digital Twins ermöglicht transparente Erfolgskontrolle
Nutzen
- Klimanutzen: Dauerhafte Reduktion von Emissionen
- Ökologische Vorteile: Biodiversität, Wasserhaushalt, Katastrophenschutz
- Akzeptanz: Verbindung von Naturschutz und Landwirtschaft durch Paludikultur

Rico Moritz
Ich bin Konstrukteur mit Begeisterung für nachhaltige Ideen. Als Energie- und Umwelttechniker denke ich zukunftsorientiert, liebe Espresso, gutes Essen und den Sprung ins Eisbad
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