Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen
Eine Fallanalyse für das Schweizer Paraplegiker-Zentrum
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum steht wie das gesamte Gesundheitswesen wirtschaftlich und ökologisch unter Druck. Um die Umweltauswirkungen von Gesundheitseinrichtungen zu verbessern braucht es Lösungen, die im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Nachhaltigkeit und medizinischen Regularien funktionieren. Diese Diplomarbeit findet solche Lösungen für Verbrauchsprodukte des täglichen Betriebes im Schweizer Paraplegiker-Zentrum.
Inhalt & Ergebnisse
- Mit der Alternative zu den gängigen Spitalbettabdeckungen können im Schweizer Paraplegiker-Zentrum jährlich bis zu 3 Tonnen indirekte CO2 Emissionen vermieden werden. Das entspricht etwa den Emissionen von 11'000km Autofahrt.
- Mit der auf biologischen Rohstoffen basierenden Bettabdeckung werden ausserdem über 500 Kilogramm an erdölbasiertem Kunststoff eingespart.
- Der Umstieg auf ein biologisch abbaubares Reinigungsmittel trägt massgeblich zum Gewässerschutz bei. So gelangen jedes Jahr rund 500 Liter weniger Reinigungsmittel mit gewässergefährdenden Inhaltsstoffen ins Abwasser.
- Das alternative Reinigungsmittel ist ergiebiger, sodass für das gleiche Reinigungsergebnis nur die halbe Menge Konzentrat benötigt wird. Das spart Ressourcen und verringert den logistischen Aufwand.
Mit diesen Ergebnissen erreicht das Schweizer Paraplegiker-Zentrum seine Jahresziele im Bereich der Nachhaltigkeit und erzielt langfristige Verbesserungen seiner Umweltauswirkungen.
Erfahren Sie mehr über die Vision des Schweizer Paraplegiker-Zentrums in Bezug auf die Nachhaltigkeit:
Vorgehen & Herausforderungen
Als grundlegendes Werkzeug für den Vergleich der Produkte und das generieren aussagekräftiger Daten, sollte eine umfangreiche Ökobilanz für alle Produkte gemacht werden. Diese soll den CO2 Fussabdruck eines Produktes, sowie alle anderen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt erfassen. Für die dafür benötigten Daten waren die Hersteller eine wichtige Anlaufstelle.
Die Erarbeitung und Analysen waren also weitgehend davon abhängig, welche Informationen die Hersteller zu ihren Produkten hatten und zur Verfügung stellten.
Besonders bei den Reinigungsmitteln stellte das eine Herausforderung dar. Ohne die nötigen Informationen für eine Ökobilanz, musste der Fokus auf die praktischen Folgen eines möglichen Umstieges gelegt werden.
Dieser Ansatz hat wiederum deutlich gemacht, in welchem Spannungsfeld sich ökologische Alternativprodukte befinden. Die umweltfreundlichen und nachhaltigen Eigenschaften eines Produktes fliessen mit wirtschaftlichen, logistischen und gebrauchsspezifischen Gesichtspunkten in den Entscheidungsprozess mit ein.
Diesen Prozess in einer Organisation zu sehen, die sich stark für nachhaltige Lösungen einsetzt, hat meinen Horizont erweitert und mich weiter gebracht.

Kevin Oesch
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