Bar-Roboter
Im Rahmen unserer Diplomarbeit haben Kevin Lorber und ich einen Bar-Roboter gebaut, der Drinks automatisch dosiert, mischt, kühlt und ausgibt. Das Projekt kombiniert Mechanik, Elektrotechnik, Sensorik, Steuerungstechnik und Software zu einem praxisnahen Gesamtsystem. Unser Ziel war ein zuverlässiger Prototyp, der vordefinierte Rezepte sauber und reproduzierbar ausführt, mit lebensmitteltauglichen Komponenten arbeitet und die elektrischen sowie hygienischen Sicherheitsanforderungen einhält.
Ausgangslage
Die Ausgangslage war, ein Projekt von der Idee bis zum funktionsfähigen Ergebnis eigenständig zu planen und umzusetzen. Wir haben uns für einen Bar-Roboter entschieden, weil er verschiedene technische Disziplinen sinnvoll verbindet und sich super live vorführen lässt. Name und Branding haben wir früh angepackt und nach einem strukturierten Auswahlprozess den Projektnamen «Baromat» festgelegt. Durch gezielte Sponsoringanfragen konnten wir wichtige Sachmittel und Komponenten organisieren.
Schon bei der Analyse haben wir typische Projektrisiken identifiziert, zum Beispiel unklare Ziele, knappe Ressourcen, eine sportliche Zeitplanung, zusätzlichen Kommunikationsbedarf und technologische Unsicherheiten. Die wichtigsten Anspruchsgruppen sowie alle relevanten Normen haben wir einbezogen, damit Sicherheit, Lebensmittelverträglichkeit und ein sauberer Informationsfluss gewährleistet sind.
Vorgehen
Wir haben das Projekt entlang eines klaren Projektmanagement-Rahmens umgesetzt, mit Lasten- und Pflichtenheft, Zielscheibe, Projektvertrag sowie einer abgestimmten Kommunikations- und Meilensteinplanung. Struktur gaben der Projektstrukturplan, das Gantt-Diagramm und der Netzplan. Für Transparenz und Steuerbarkeit sorgten die Soll-Ist-Überwachung, regelmässige Statusmeetings und saubere Protokolle.
Gestartet haben wir mit einem Mind-Map und dem morphologischen Kasten. Daraus entstanden mehrere Varianten, darunter MixMaster Lite, Futuristischer Mixer und Allrounder. Ausgewertet wurden sie mithilfe der Nutzwert- und Sensitivitätsanalyse, wodurch der Allrounder als Favorit ausgewählt wurde. In der technischen Ausarbeitung übernahmen wir den mechanischen Aufbau, die Dosiertechnik sowie die Integration von Kühlung und CO2-Überdruck und entwickelten dazu eine eigens designte Steuerplatine mit KiCAD-Schema. Die Programmierung mit Arduino und Codesys erfolgte anschliessend.
Für die Qualitätssicherung gingen wir stufenweise vor, mit Inbetriebnahme in Etappen, Mess- und Prüfprotokollen sowie Testläufen mit externen Testpersonen. Alle Ergebnisse und Abweichungen wurden dokumentiert und gezielt für die Optimierung genutzt.
Ergebnisse
Unser Prototyp läuft rund. Er dosiert mehrere Flüssigkeiten sauber, fördert Süssgetränke per CO2-Überdruck und schenkt Spirituosen über Dispenser präzise aus. Vordefinierte Rezepte werden zuverlässig abgerufen und reproduzierbar gemischt. Aktuell können wir 16 verschiedene Drinks zubereiten. Die integrierte Kühlung sorgt für gleichbleibende Qualität im Glas.
Bei der Sicherheit haben wir nichts dem Zufall überlassen. Elektrisch schützt eine Unterverteilung mit sauberer, übersichtlicher Verdrahtung die Installation. Mechanisch sichern Endschalter und klar definierte Fahrwege den Betrieb. Alle flüssigkeitsführenden Komponenten sind lebensmitteltauglich und die hygienischen Anforderungen wurden erfolgreich umgesetzt.
Zum Abschluss haben wir die Zielerreichung und die Anforderungen geprüft und bestätigen, dass alle Ziele erreicht wurden. Messprotokolle und Testläufe belegen die Funktionsfähigkeit und die Lessons Learned halten die wichtigsten Erkenntnisse für weitere Projekte fest.
Ausblick
Der Ausblick zeigt, dass der Baromat nicht nur ein funktionierender Prototyp ist, sondern auch grosses Potenzial für den produktiven Einsatz hat. Als nächste Schritte bieten sich eine noch modularere Bauweise, zusätzliche Sensorik, clevere Reinigungsprozesse und eine App-Anbindung an. Auch wirtschaftlich gibt es spannende Optionen, zum Beispiel Event-, Miet- oder Servicekonzepte. Der Mehrwert liegt dabei ganz konkret darin, dass man jetzt einen gemütlichen Abend mit Freunden verbringen kann und sich nicht um die Cocktails kümmern muss.
Kurz gesagt, der Baromat ist nicht das Ende, sondern der Startpunkt für weitere technische und geschäftliche Innovationen. Das Projekt macht Lust, tiefer einzutauchen und die Entstehung dieses Systems Schritt für Schritt nachzuvollziehen.

Andreas Gabriel
Gelernter Elektroinstallateur EFZ, tätig als Projektleiter Gebäudetechnik
andreas.gabriel@bluewin.ch
Diplomarbeit Bar-Roboter
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