Umnutzung eines Gewerbegebäudes in Biel
Diplomarbeit 2020 - Technikerin Hochbau Luzern
AUSGANGSLAGE Beim Studienobjekt handelt es sich um das bestehende Gewerbegebäude an der Reitschulstrasse 5 in Biel BE (Parz. Nr. 1883). Das Gebäude wurde 1968 für das Möbelhaus Pfister erstellt. Im Rahmen dieser Diplomarbeit soll die Liegenschaft teilweise anhand einer aktuellen Bedarfssituation saniert, umgebaut und teilweise umgenutzt werden. Einige Nutzungen sind bereits vorgeben. Die bestehende Gewerbefläche im Erdgeschoss darf nicht verändert werden. Zudem ist die Nutzung im Attikageschoss mit Wohnungen festgelegt. Als Vorgabe für die Obergeschosse wurden vier Nutzungen festgelegt. Der Entwurf über diese Geschosse muss dem heutigen Markt standhalten. Auf gebaut auf einem Stützenraster in Massivbauweise, zeichnet das Gebäude seine horizontale und für mich sehr lineare Struktur aus. Das Erdgeschoss wird durch die grossen Fensterfronten als Sockelgeschoss ausgebildet. Die durchlauf enden Fensterbänder in den Obergeschossen sprechen eine klare architektonische Sprache. Durch die sehr prominente Lage ist das Gebäude stadtbildrelevant und in seiner charakteristischen Eigenart und Fassadenstruktur zu erhalten. UMFANG Die Arbeit am Studienobjekt umfasst alle Leistungen von der strategischen Planung über die Ausführungsplanung bis hin zur Wirtschaftlichkeitsberechnung. Als Basis dienen einerseits die bestehenden Nutzungen gewisser Geschosse, andererseits Vorgaben zu vier neuen Nutzungsarten für die umzubauenden Geschosse. Darauf auf bauend ist ein Projekt auszuarbeiten, welches gestalterisch, konstruktiv und wirtschaftlich überzeugt. ZIEL Aufgabe dieser Diplomarbeit ist die Konstruktion der Umnutzung eines bestehenden Gebäudes in einem konkreten Kontext. Mit der Lösung dieser Aufgabe erbringen die Diplomanden den Nachweis, dass sie fähig sind, selbstständig eine Projektierung sowohl gestalterisch als auch konstruktiv durchdacht umzusetzen. Als Techniker zeigen sie auf, dass sie ihre konstruktive Lösung des Entwurfes bis ins Detail weiter zu entwickeln vermögen, unter Berücksichtigung der Kosten und Wirtschaftlichkeit.
PROJEKT
Das Gebäudekonzept wurde nach den Analysen wie folgt festgelegt.
Erdgeschoss Gewerbe (Vorgabe)
1.Obergeschoss Gemeinschaf tsarztpraxis
2.Obergeschoss Studentenhotel / Restaurant
3.Obergeschoss Studentenhotel
4.Obergeschoss Businesshotel
5.Obergeschoss Kleinbüro
Attika Wohnungen (Vorgabe)
Die Gebäudesubstanz besteht grösstenteils noch aus der Bauzeit und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Gebäudehülle hat keine tragende Funktion und kann daher
problemlos bis auf die Massivteile abgebrochen werden. Der neue Aufbau erfüllt sowohl die Wärme- und Schallschutzanf orderungen und kommt sogleich mit der hinterlüfteten Fassaden
dem Wunsch der Bauherren nach Nachhaltigkeit nach. Sämtliche nicht den heutigen Standards entsprechenden Bauteile, wie Fenster, werden ersetzt. Die Fassadenstruktur wird mit den neuen
beige farbenen Metallbändern und den Fensterbändern in seiner Wahrnemung beibehalten. Die bestehende Erschliessung des Innenraums wird belassen. Die neue Grundrissstruktur wird
mit Leichtbauwänden ausgef ührt, um in Zukunft eine gewisse Flexibilität zu gewährleisten. Eine Ausnahme dabei machen die neu eingezogenen Erdbeben relevanten Wände. Der äussere warme Farbton wird auch in den Innenraum einfliessen. Die Materialien werden Nutzungsbezogen eingesetzt. Zudem wird auf eine Unterhaltsarme Ausbauweise geachtet. Mit dem Projekt wurde dem Wunsch des Bauherren nach einer angemessenen Rendite
nachgekommen. Die Anlagekosten, sprich Landwert und Neubauwert, kommen mit dem Umbau auf 22 Millionen Franken. Dies ergibt in diesem Fall eine realistische durchschnittliche Rendite von 2.8%.
Diese Grundlagen wurden mittels Ausführungs- und Detailplänen, sowie Nachweisen in der Bauphysik, Konzepten in Bereichen der Statik und Haustechnik dokumentiert.




