Diplomarbeit- Umnutzung der Stadtkirche Klingnau
Das neue Herzstück von Klingnau
Durch vermehrte Mitgliederaustritte, schwindendem Interesse und Priestermangel stehen immer mehr Kirchen in der Schweiz leer. Die Gebäude sind meist geschichtsträchtig und stehen unter Denkmalschutz. Die Stadtkirche St. Katharina in Klingnau steht sich mit ebensolchen Problemen konfrontiert. Durch eine optimale Nutzungsänderung soll die Kirche wieder genutzt werden. Zusätzlich ist auf der Parzelle ein neuer Hochbau, welcher in der Nutzung in direkten Zusammenhang mit der neuen Kirchenutzung steht, zu planen.
Ergebnis
Die Altstadt von Klingnau birgt mit den zwei Häuserzeilen, der Kirche in Mitten dieser und der Architektur ein grosses Potenzial. Leider wird diese heute nur wenig belebt.
Durch den neuen Cafépavillon auf dem östlichen Vorplatz der Kirche und den neuen einladenden Sitzplätzen im Schatten der bereits heute bestehenden Bäumen, wird dem Städtli neues Leben eingehaucht. Es entsteht ein Treffpunkt für die Gemeinde, bei dem sich jeder willkommen fühlen soll. Der Pavillon bietet im Innern zusätzlich die Produkte der Bauern aus der Umgebung zum Kauf an.
Die Kirche wird in ein modernes und elegantes Restaurant umfunktioniert. Die Gebäudehülle bleibt unverändert bestehen. Die neuen Innen Kubaturen heben sich in Ihrer Farb- und Material Wahl klar vom Bestand ab. Diese wirken "eingeschoben", so dass der Besucher Bestand und Neu einfach unterscheiden kann. Durch die flexible Bestuhlungsmöglichkeit des Speisesaales, kann das Restaurant auch als Eventlokal gemietet werden. Mit der einzigartigen Atmosphäre im Innern und dem leckeren Essen sollen Auswärtige in die Stadt gelockt werden.
Durch die zwei neuen Nutzungen wird die Altstadt neu belebt. Dies steigert die Attraktivität der Stadt Klingnau als Wohnraum, wie auch als Ausflugsziel.
Ausgangslage
Die geeignete Nutzungsfindung der Kirche hatte einige Knackpunkte. Die Kirche hat ein enormes Volumen ohne viel Fensterflächen. Zusätzlich muss die Gebäudehülle wegen dem Denkmalschutz unverändert bleiben. Das schliesst verschiedene Nutzungsformen aus, da diese nicht bewilligungsfähig wären.
Zusätzlich zur Volumetrie gab es folgende Punkte zu beachten:
- Klingnau ist zu verschiedenen Städten gut erschlossen. Die Städte bieten bereits viele Freizeitaktivitäten.
- Die Nutzung muss eine Rendite abwerfen. Dies schließt einen großen Teil von gemeinnützigen Nutzungen aus.
- Die Kirche muss wenn nötig, wieder zurück gebaut werden können.
- Der Neubau muss in der Nutzung zusammenhängend zur neuen Nutzung der Kirche sein.
Arbeitsablauf
Zur geeigneten Nutzungsfindung wurde eine Marktanalyse durchgeführt. Ebenfalls wurden die Einwohner über Ihre Wünsche und Anregungen in der Facebook-Gruppe "Klingnau heute und morgen" befragt.
Anhand der Nutzung wurde eine Projektstudie ausgearbeitet.
Für die Kirche galt der Grundsatz möglichst wenig am Bestand ändern und durch die optimale Anordnung der neuen Einbauten bestehende Infrastrukturen zu erhalten. Durch Leichtbauwände, Vormauerungen und dem Doppelboden können neue Leitungen über dem Bestand verlegt werden. Dies ermöglicht einen aufwandarmen, späteren Rückbau.
Der eingeschossige, aus Holzelementen bestehenden, Pavillon ordnet sich in der Materialisierung und Größe der Kirche unter. Die punktuellen Schraubfundamente strapaziere die bestehenden Bäume nur gering, so dass diese erhalten werden können.
Mittels der Projektstudie wurden Lösungsansätze für die Ausführung anhand Detaillösungen erarbeitet. Für die Detaillösungen wurde auf die konstruktive Qualität, Nachhaltigkeit und einen geringen Unterhaltsaufwand geachtet. Zusätzlich wurden Konzepte für die Heizung, Lüftung, Sanitär, Statik so wie den Brandschutz ausgearbeitet.
Zum Schluss wurden die Kosten und die Wirtschaftlichkeit behandelt. Die Kirche Klingnau wird als Kulturobjekt angesehen. Was es schwierig macht, eine hohe Rendite zu erzielen. Die Kirche hat heute schon sehr hohe Unterhalts und Rückstellungskosten. Mir der neuen Nutzung können diese gedeckt werden und eine kleine Rendite erzielt werden.
Fazit
Das Projekt bietet einen großen Mehrwert für die Bevölkerung so wie die Stadt Klingnau. Es schaft einen Treffpunkt im Dorfkern und haucht der Altstadt neues Leben ein.

Lorena Fischer
Ich bin gelernte Hochbauzeichnerin und übe diese Tätigkeit in einem Architekturbüro in Baar aus. Zusätzlich bin ich für die Lehrlingsausbildung im Betrieb zuständig. Mir ist es wichtig ,sich persönlich immer weiterzuentwickeln und auch dem Nachwuchs diese Chance zu geben. Mit dieser Arbeit schließe ich meine Weiterbildung als Techniker/in HF Bauplanung Architektur ab.
lori_93_fischer@hotmail.com
Auszug der Diplomarbeit
Anbei steht ihnen einen Auszug meiner Diplomarbeit zur Verfügung. Bei Fragen oder der Ausgabe der Vollversion stehe ich ihnen per Mail gerne zur Verfügung.







