So überzeugst du an der mündlichen Prüfung
Mündliche Prüfungen erscheinen vielen Menschen wie der Gang zur Guillotine, dabei ist die Nervosität völlig unbegründet. Mit der richtigen Vorbereitung und einigen einfachen Tricks trittst du in mündlichen Prüfungen souverän und überzeugend auf und sicherst dir so die Note, die du verdient hast.
Ein flaues Gefühl im Magen, schweissnasse Hände und eine wilde Achterbahnfahrt im Kopf: so lässt sich wohl am besten das Gefühl beschreiben, das von vielen Menschen vor einer mündlichen Prüfung Besitz ergreift. In der Regel fehlt aber einfach nur Erfahrung darin, vor einer Gruppe zu sprechen. Das genügt allerdings oft schon, um den Prüfling aus dem Tritt zu bringen, und all das mühsam in den Wochen vorher angeeignete Wissen wird von einer Welle aus Nervosität und Angst fortgespült.
Aber so weit musst du es nicht kommen lassen. Mit der richtigen Vorbereitung und einigen Tricks kannst du die Anspannung vor einer mündlichen Prüfung im Zaum halten und den Prüfungspersonen zeigen, dass du die abgefragten Themengebiete beherrschst.
Gut vorbereitet ist halb bestanden
Wie bei schriftlichen Prüfungen, musst du auch bei mündlichen Prüfungen selbstverständlich rechtzeitig mit dem Lernen anfangen. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, lässt sich natürlich nicht allgemein sagen, da verschiedene Themengebiete mit einem unterschiedlich grossen Lernaufwand verbunden sind. Generell solltest du aber eher etwas früher loslegen, denn gerade bei kürzeren mündlichen Prüfungen, die vielleicht nur 15 oder 20 Minuten dauern, ist die Gefahr gross, den Aufwand zu unterschätzen.
Oft ist es auch sinnvoll, mit anderen Prüfungsteilnehmenden in der Gruppe zu lernen, denn so kann man den Lernstoff diskutieren und übt zugleich, über das Thema zu referieren. Darüber hinaus ist es absolut empfehlenswert, die Prüfungssituation zu «simulieren». Stelle dich zum Beispiel vor den Spiegel und versuche, je nach Dauer der Prüfung, einige Minuten über die Prüfungsthemen zu sprechen. Im ersten Moment mag das etwas ungewohnt sein, aber es hilft, dich auf die anstehende Situation vorzubereiten. Und es ist sicher besser, eine Weile etwas verlegen vor dem Spiegel zu stehen als mit einem Blackout in der Prüfung.
Alternativ oder ergänzend zum «Spiegelvortrag» kannst du auch vor Freunden oder anderen Prüflingen über die entsprechenden Themen referieren. Das hilft ebenfalls, die Nervosität vor der Prüfung abzubauen. Im Idealfall lass dich von deinen unterstützenden Personen sogar richtig «prüfen». Du spielst also den Ablauf der Prüfung durch und lässt dir von den anderen Fragen zum Thema stellen, die du dann beantworten musst. Achte bei deinen Vorträgen und den simulierten Prüfungen darauf, nicht immer in derselben Reihenfolge und auf ähnliche Art und Weise über die Themen zu referieren. So verhinderst du, dass du in eine Art «Vortragsmuster» verfällst. Du bleibst flexibel und kannst auf unerwartete Frage von den Prüfern souveräner und gelassener reagieren.
Und selbstverständlich gilt auch vor mündlichen Prüfungen: Gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf machen das Lernen leichter. Gerade in der stressigen Vorbereitungsphase ist die Versuchung gross, auf Fastfood, viel Kaffee und ein Minimum an Schlaf zu setzen. Das ist jedoch alles andere als hilfreich, denn so machst du dich ausgelaugt und erschöpft ans Lernen, mit absehbaren Folgen. Etwas Sport kann ebenfalls helfen, den Stress vor der Prüfung abzubauen.
Sicher auftreten – sicher bestehen
Für die mündliche Prüfung selbst gibt es natürlich ebenfalls einige Tricks, die dir die ganze Sache etwas leichter machen. So ist zum Beispiel der erste Eindruck, den deine Prüfungspersonen von dir bekommen, sehr wichtig und kann sich durchaus auf das Ergebnis deiner Prüfung auswirken. Die englische Redewendung «You never get a second chance to make a first impression.» trifft nämlich auch auf Prüfungen zu. Hinterlässt du bei den Prüfungspersonen einen schlechten Eindruck, wirst du es oft etwas schwerer haben, bei einem guten Eindruck ist es dagegen häufig umgekehrt. Grundsätzlich sollten Prüfungspersonen zwar neutral sein, aber sie sind eben auch nur Menschen und mit freundlichem Auftreten, angemessener Kleidung und korrekter Ausdrucksweise kannst du sie dir ein wenig wohlgesinnter machen.
Achte während der mündlichen Prüfung ausserdem darauf, dein Wissen nicht einfach nur «herunterzuspulen». Oft wirkt so ein Vortrag sehr gehetzt und dadurch wenig souverän. Lasse dir bei deinen Antworten ruhig einen Augenblick Zeit – ohne aber ins Schwafeln zu kommen – verwende, wo angebracht, Fachausdrücke und untermauere deine Aussagen immer wieder einmal mit anschaulichen Beispielen. So zeigst du deinen Prüfungspersonen am schnellsten, dass du das jeweilige Themengebiet beherrschst. Du solltest auch versuchen, den Prüfungspersonen mit deinen Antworten Brücken zu anderen Fragen zu bauen, etwa, indem du auf ein verwandtes Thema hinweist. Im Idealfall kannst du die Prüfung so etwas lenken und über die Inhalte sprechen, die du besonders gut beherrschst oder du lenkst von kleineren Wissenslücken ab.
Nutze ausserdem deine Körpersprache zu deinem Vorteil. Stehe oder sitze gerade, schaue deine Prüfungspersonen an, vor allem, wenn du Antwort gibst und lächle ab und zu, wenn es angebracht erscheint. Dadurch wirkst du selbstsicherer und kannst so eventuell Nachfragen bei schwierigen Themen verhindern. Scheue dich auch nicht, noch einmal nachzufragen, wenn du die Frage nicht richtig verstanden hast. Das ist allemal besser als eine hingestammelte Antwort, die nicht wirklich zur Fragestellung passt.
Albtraum Blackout
Ein Grund für die Nervosität vor einer mündlichen Prüfung ist die Angst vor einem Blackout. Der Kopf scheint dann wie blockiert und du kannst selbst die einfachsten Fragen nicht mehr beantworten. In der Regel tritt so ein Blackout in den ersten Minuten einer Prüfung auf. Wenn du die also überstanden hast, brauchst du eigentlich keine Angst mehr zu haben.
Oft wird so eine Blockade durch eine einfache einleitende Frage ausgelöst, die es dem Prüfungsteilnehmenden eigentlich erleichtern soll, sich ins Thema zu finden. Bereite dich also am besten auch auf einige solche Fragen vor, damit es dich in der Prüfung nicht kalt erwischt. Und sollte es doch zum Schlimmsten kommen, sei ehrlich und sprich mit den Prüfungspersonen. In den meisten Fällen sind die Prüfungspersonen bereit, einem Prüfungsteilnehmenden mit einem Blackout ein paar Minuten «Aufschub» zu gewähren, damit er oder sie sich sammeln kann. Sie wissen ja schliesslich, dass die Prüfungssituation für die meisten Menschen sehr viel Stress bedeutet.
Fazit
Die Angst vor mündlichen Prüfungen ist weit verbreitet, grösstenteils aber unbegründet. Es ist vor allem die fehlende Erfahrung, die zu Nervosität und Anspannung führen. Letztere lassen sich aber sehr gut mit ausreichender und passender Vorbereitung bekämpfen. Insbesondere simulierte Prüfungen helfen dabei, die Angst zu nehmen, sodass du souverän auftreten und dein Wissen präsentieren kannst.











